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Mit Haut & Tinte

Blickpunkt: Haut & Tinte

Filigrane Blumenmuster liegen im Trend

Während das Geschäft mit Beautyprodukten und -behandlungen auf Hochtouren läuft, sieht es in der Tattoo-Branche mindestens genauso gut aus. Studien zufolge sei bereits mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland tätowiert. Der Trend geht in Richtung Zweit- oder Dritt-Tattoo. Diese Nachfrage muss bedient werden: Hunderte Studios gibt es allein in Schleswig-Holstein. Eines von ihnen hat seinen Sitz in Itzehoe. 

Für Tätowierer Bernd Kiefer habe es die Szene schon lange aus dem Milieu geschafft und ist zum Mainstream geworden. Ob jung oder alt, ob Polizistin oder Kassierer: Alle kommen zu „TB-Tattoo“, um ihre Haut verschönern zu lassen. Dabei stehe die Ästhetik aktuell mehr im Vordergrund als die Bedeutung. Während es Phasen gab, in denen er etliche Namen, Sprüche, Daten und Schriftzeichen auf die Haut gebracht hat, sind es heute filigrane Blumenmuster. Das gelte besonders für seine Kundinnen. Bei den Männern seien dagegen nordische Motive hoch im Kurs. „Tattoos haben etwas von Schmuck bekommen. Während man sich früher spontan ein Ohrloch stechen ließ, geht man heute zum Tätowierer und bekommt eine Blume auf den Knöchel.“ 

Bernd Kiefer ist von oben bis unten tätowiert. Manchmal werde er eben selbst zur Leinwand für seine Nachwuchs-tätowierer. Mit 27 Jahren habe er seine erste eigene Maschine gekauft und bemerkte schnell ein ungeahntes Talent. „Das waren noch ganz andere Zeiten, und technisch hat sich unglaublich viel getan.“ Für ihn habe seine Arbeit damals wie heute einen hohen künstlerischen Wert: „Für mich ist es das Schönste, wenn ich ein Motiv gemeinsam mit meinen Kunden entwickeln und dann selbst gestalten kann. Es dann für die Ewigkeit auf die Haut zu bringen: Das ist ein echter Gänsehautmoment.“ 

An diesem Mittwochnachmittag ist wie so oft jeder der drei Tattoo-Stühle besetzt. Bald soll das Studio sogar noch erweitert werden. Manchmal gehe es hier zu wie beim Friseur, erzählt Kiefer lachend. „Ich kenne die ganze Lebens geschichte meiner Kunden – das liebe ich an meinem Job. Man muss schon kommunikativ sein, schließlich sitzen einige mehrere Stunden bei uns.“ 

Dokumentationspflichten und Bürokratie 

Auch wenn ihm die Gespräche und das Entwickeln der Designs viel Freude bereiten, gebe es auch Hürden. Hygiene auflagen würden ständig angepasst und verändert. Für jeden Kunden müsse er zudem eine aufwendige Mappe anlegen und unter anderem dokumentieren, welche Charge von welcher Farbe genau wann und wie verwendet wurde. „Natürlich sind gerade in unserer Branche hohe Hygienestandards extrem wichtig. Doch ich würde mir mehr Klarheit wünschen und eine einheitliche Linie“, betont er. Gut, dass Bernd Kiefer mit seiner Auszubildenden für Büromanagement seit einiger Zeit Unterstützung bekommt. So kann er sich wieder mehr darauf konzentrieren, die Haut mit seinen Kunstwerken zu verschönern.


Text und Bild: Jana Walther

Impressum

Herausgeberin

Industrie- und Handelskammer zu Kiel, vertreten durch den Präsidenten Knud Hansen und den Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann, Bergstraße 2, 24103 Kiel

E-Mail: anker@kiel.ihk.de, Telefon: 04315194-0

Verantwortlich i.S.d. §18 Absatz 2 MStV: Alexandra Thom, Bergstraße 2, 24103 Kiel  

Redaktion  

(V.i.S.d.P.) Julia Romanowski, Alexandra Thom und Kristina Jagszent

Lektorat

Christine Schmäl

Covermotiv

Adina Merkel

Druckerei und Druckaufbereitung

RieckDruck GmbH

Artdirection

The Honeycomp, Trine Pade

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Susanne Prehn Verlagsservice: 
susanne.prehn@prehn-media.de